Road Trip USA 2022
San Francisco auf eigene Faust: Von Alcatraz-Mythen, Spielautomaten und Abendlicht in Chinatown
Das Wenden der Cable Cars & Frühstücken wie die Locals
Heute steht Alcatraz auf dem Plan! Die Karten inklusive Zeitfenster habe ich einen Tag vorher online gebucht. Das Ticket kostete 42,15 USD (Rentner 62+: 39,80 USD) – darin enthalten sind die Überfahrt und der Audioguide. Vorher wollen wir uns aber noch kurz stärken: Auf dem Weg vom Motel zum Pier 33, der fußläufig gerade einmal 20 Minuten entfernt ist, entdecken wir das kleine "Mama’s". Wir setzen uns, trinken gemütlich einen Kaffee und gönnen uns ein Avocado-Sandwich. (Wer es eiliger hat, kann sich direkt gegenüber bei der Bäckerei etwas auf die Hand mitnehmen.)
Wir machen noch einen kleinen Umweg zur Endhaltestelle Taylor St. des Cable Cars, um uns das Spektakel vor Ort anzusehen: Hier werden die historischen Bahnen nach wie vor von Hand auf einer hölzernen Drehscheibe für die Fahrt in die Gegenrichtung gewendet – ein tolles Stück lebendige Stadtgeschichte!
Geschichte hautnah auf Alcatraz
Gegen 10 Uhr treffen wir am Pier 33 ein und um 10:30 Uhr legt unsere Fähre nach Alcatraz ab. Ich war bereits 2004 schon einmal auf der Gefängnisinsel und kenne das Areal daher schon etwas. Was im Vergleich zu damals neu und absolut hervorragend gemacht ist, ist der preisgekrönte Audioguide: Er führt einen Schritt für Schritt über das Gelände und erzählt fesselnde Geschichten aus der Zeit, als Alcatraz das Hochsicherheitsgefängnis für die richtig schweren Jungs war. Besonders klasse: Der Guide ist auch auf Deutsch verfügbar, was meine Eltern sehr gefreut hat. Insgesamt verbringen wir gut 3 Stunden auf der Insel, bevor es mit der Fähre wieder zurück aufs Festland geht.
Trubel an den Piers & eine nostalgische Überraschung
Den Nachmittag verbringen wir an den berühmten Piers. Natürlich ist das hier alles sehr touristisch, aber das gehört bei einem San-Francisco-Trip einfach dazu – und wir sind schließlich genauso Touristen. Am Pier 39 genehmigen wir uns einen kleinen Nachmittagssnack und beobachten die Seelöwen, die sich dort auf den Holzplattformen räkeln. Von dort schlendern wir weiter in Richtung Fisherman’s Wharf (wo sich übrigens der einzige In-N-Out-Burger in Central San Francisco befindet 😉).
Durch Zufall entdecken wir am Pier 45 noch ein echtes Highlight: das Musée Mécanique – ein riesiges Spielautomatenmuseum. Der Eintritt ist vollkommen frei und gezeigt wird eine faszinierende Sammlung historischer mechanischer und elektronischer Automaten. Und das Beste: Wenn man ein paar Münzen einwirft, kann man die alten Schätze sogar selbst bespielen!
Mit dem Cable Car ins Abendlicht von Chinatown
Nun steht natürlich noch eine Fahrt mit dem Cable Car auf dem Plan. Dazu laufen wir zum nahegelegenen Powell & Hyde Cable Car Turntable und nutzen die Route, um zurück nach Chinatown zu kommen, wo auch unser Hotel liegt. Eine Einzelfahrt kostet 8 USD (2026: 9 USD). Während wir auf die nächste Bahn warten, merken wir wieder einmal, wie schnell es abends in San Francisco kühler wird – den typischen Zwiebellook sollte man bei einem Besuch in der Bay Area also nie unterschätzen!
Wir genießen die etwa 20-minütige Fahrt durch die steilen Straßen. Als wir schließlich in Chinatown ankommen, werden die dicht bebauten Häuserschluchten und bunten Lampions in ein wunderschönes, warmes Abendlicht getaucht.
Authentisches Essen in Chinatown & historische Saloon-Kultur
Wenn man schon mitten in Chinatown übernachtet, gehört ein authentisches chinesisches Abendessen natürlich einfach dazu! Wir entscheiden uns für das legendäre House of Nanking, welches nur wenige Gehminuten von unserem Hotel entfernt liegt. Die gesamte Gegend ist gesäumt von fantastischen Lokalen, aber die herrlich echten, gewürzintensiven Gerichte hier sind absolut genial. Anschließend gönnen wir uns noch einen Absacker im stimmungsvollen Comstock Saloon – ein wunderbarer Ausklang für diesen erlebnisreichen Tag.
Fazit & Reisetipps für San Francisco
San Francisco hat unglaublich viel zu bieten und würde eigentlich einen deutlich längeren Aufenthalt verdienen. Wer eine Reise hierher plant, sollte sich jedoch zwei Dinge bewusst machen: Die Stadt ist extrem teuer – das beginnt bei den Hotelpreisen über Parkgebühren bis hin zum Essen im Restaurant. Und vergeßt nicht: Selbst wenn morgens die Sonne scheint, kann es vor allem im Früh- und Spätsommer durch den Seewind spürbar kühler werden, als es auf den ersten Blick aussieht.
Ausblick auf den nächsten Bericht:
Morgen heißt es für uns leider schon Abschied nehmen. Bevor wir San Francisco jedoch endgültig verlassen und die nächste Etappe unseres Roadtrips starten, wartet am nächsten Morgen noch ein absolutes Highlight auf uns: das Cable Car Museum! Warum sich ein Besuch dort unbedingt lohnt und wie die historischen Kabel unter den Straßen der Stadt tatsächlich funktionieren, erfahrt ihr im nächsten Beitrag.
















